In den letzten Wochen steckte ich in einer Situation und habe: Nichts gemacht.

Ich dachte: "Wird schon. Die anderen werden es schon in meinem Sinn lösen und regeln. Das regelt sich."

Passiert ist: Nichts.

Wieder.

Und ich war frustriert. Enttäuscht. Genervt.

Aber ehrlich? Nicht auf die anderen Personen. Auf mich selbst.

Weil ich das Muster kenne. Ich erkenne es immer wieder.

Ich überlasse anderen meine Zukunft. Meine Handlungsverantwortung. Meine Ziele.

Und jedes Mal ende ich hier: Frustriert und böse.

Der Unterschied zwischen Wunsch und Ziel

Habe ich schon mal in einem Newsletter geschrieben. Aber es ist so wichtig, dass ich's wiederhole:

Ein Wunsch ist passiv. "Ich hoffe es passiert." "Vielleicht wird es sich regeln." "Andere werden schon..."

Ein Ziel muss erarbeitet werden. "Ich mache es." "Ich kümmere mich." "Ich handle. Jetzt."

Ich weiß das. Es ist offensichtlich. Klar.

Und trotzdem.

Trotzdem ertappe ich mich immer wieder in Situationen, wo ich warte. Wo ich anderen die Verantwortung überlasse. Wo ich hoffe statt handle.

Warum ich es immer wieder mache (und du wahrscheinlich auch)

Ehrlich? Es ist bequemer.

Wenn andere sich kümmern, muss ich es nicht. Wenn andere die Verantwortung tragen, trage ich kein Risiko. Wenn es schief geht, kann ich sagen: "Ich habe gewartet, aber die haben nicht..."

Es ist entspannend, sich mal nicht kümmern zu müssen.

Klingt gut, oder?

Schwachsinn.

Am Ende ist es immer das Gleiche: Frust. Enttäuschung. Stillstand.

Weil ich will Verantwortung über mein Leben haben. Ich will es nicht anderen überlassen.

Aber ich finde mich immer wieder auf der falschen Seite.

Dann fiel mir etwas auf: Action drives Clarity

Vor ein paar Monaten hatte ich eine Erkenntnis.

Nicht aus einem Buch. Nicht von einem Guru.

Aus meiner eigenen Erfahrung.

Jedes Mal wenn ich gewartet habe, kam keine Klarheit. Jedes Mal wenn ich gehandelt habe, kam Klarheit während ich gehandelt habe.

Nicht vorher. Während.

Das ist das Problem: Wir warten auf Klarheit bevor wir handeln.

"Wenn ich wüsste wie es läuft..." "Wenn ich sicher wäre dass..." "Wenn andere mir zeigen würden..."

Aber Klarheit kommt nicht durch Warten. Klarheit kommt durch Action.

Das perfekte Beispiel: Dieser Newsletter

Erinnerst du dich an meinen ersten Newsletter?

Ich hatte keine Ahnung was ich tue.

Null Erfahrung. Nie einen Newsletter geschrieben. Keine Content-Strategie. Keine klare Richtung.

Aber: Viele hatten Meinungen.

"Du musst ein konkretes Thema haben." "Du musst dabei bleiben." "Du musst erst deine Nische finden." "Du musst, musst, musst..."

Ich habe auf niemanden gewartet.

Ich habe einfach gestartet.

Newsletter #1: Social Media Exit-Strategie. Newsletter #3: Pivot. Komplett neue Richtung. Newsletter #7: Wieder angepasst.

Du warst dabei. Du hast es miterlebt.

Die Richtung hat sich geändert. Weil ich im Prozess draufgekommen bin, dass ich am falschen Weg war.

Hätte ich gewartet bis ich "klar" war?

Ich hätte noch immer keinen Newsletter.

Hätte ich auf "die Experten" gehört?

Ich hätte mich gelähmt gefühlt von all den Regeln.

Stattdessen: Action. Dann Klarheit. Dann mehr Action.

Und jetzt? Es macht verdammt viel Spaß.

Nicht weil ich von Anfang an wusste wohin. Sondern weil ich gestartet bin und die Richtung während ich gegangen bin, klar wurde.

Der Action-Clarity Loop (mein Framework)

Hier ist was ich gelernt habe:

Das Problem:

Warten auf Klarheit 
    ↓
Keine Klarheit kommt
    ↓
Frustration
    ↓
Noch mehr Warten

Die Lösung:

Action (auch ohne volle Klarheit)
    ↓
Klarheit entsteht WÄHREND du handelst
    ↓
Mehr Action (mit mehr Klarheit)
    ↓
Noch mehr Klarheit

Klarheit ist nicht der Start. Klarheit ist das Resultat.

Mein 3-Schritte-Prozess (wenn ich mich wieder beim Warten ertappe)

Schritt 1: Erkenne das Warten

Frag dich: "Auf wen oder was warte ich gerade?"

  • Warte ich darauf, dass jemand mir sagt was ich tun soll?

  • Warte ich darauf, dass sich etwas "von selbst regelt"?

  • Warte ich auf die "perfekte" Situation?

Wenn ja: Du bist im Warte-Modus. Raus da.

Schritt 2: Identifiziere die kleinste mögliche Action

Nicht die perfekte Action. Nicht die große Action.

Die kleinste Action, die DU in den nächsten 24 Stunden machen kannst.

Beispiel Newsletter:

  • Nicht: "Ich brauche eine komplette Content-Strategie"

  • Sondern: "Ich schreibe heute einen ersten Draft. Egal wie schlecht."

Beispiel letzte Woche (meine Situation):

  • Nicht: "Ich warte bis die andere Person sich meldet"

  • Sondern: "Ich schreibe jetzt selbst eine Email und frage konkret nach"

Klein. Machbar. Heute.

Schritt 3: Handle BEVOR du alle Antworten hast

Das ist der schwerste Schritt. Weil es sich falsch anfühlt.

"Aber ich weiß noch nicht genau wie..." "Aber was wenn ich das Falsche mache..." "Aber..."

Beweg dich. Die Abers kannst du später erklären.

Handle. Die Klarheit kommt während du gehst. Nicht vorher.

Action first. Clarity follows.

Bonus: Circle of Control (ein Framework das hilft)

Es gibt ein Konzept von Stephen Covey das mir hilft, wenn ich wieder in den Warte-Modus falle:

Circle of Control:

Drei Kreise:

  1. Dinge die dich interessieren (aber nicht kontrollieren kannst)

  2. Dinge die du beeinflussen kannst

  3. Dinge die du DIREKT kontrollieren kannst

Das Problem: Wir investieren Energy in Kreis 1 und 2.

"Ich hoffe andere machen..." "Vielleicht wird sich das regeln..."

Die Lösung: Fokus NUR auf Kreis 3.

Was kann ICH tun? Jetzt. Heute.

Newsletter-Beispiel:

  • Kreis 1: "Ich hoffe Leute abonnieren"

  • Kreis 2: "Ich hoffe der Algorithmus hilft mir"

  • Kreis 3: "Ich schreibe heute einen Newsletter. Fertig."

Meine Situation letzte Woche:

  • Kreis 1: "Ich hoffe die andere Person meldet sich"

  • Kreis 3: "Ich schreibe selbst. Jetzt."

Kontrolle über das, was du kontrollieren kannst. Vergiss den Rest.

Was das für dich bedeutet

Du liest das hier und denkst vielleicht: "Ja klar, macht Sinn."

Aber machst du es?

Weil hier ist die Realität:

Die meisten warten. Auf den perfekten Moment. Auf andere. Auf Klarheit.

Und während sie warten, passiert: Nichts.

Ich war dort. Ich bin manchmal noch dort.

Der Unterschied ist: Ich erkenne es jetzt schneller. Und ich handle schneller.

Nicht perfekt. Nicht immer richtig.

Aber ich bewege mich.

Und Bewegung schlägt Perfektion. Jeden verdammten Tag.

Dein nächster Schritt

Auf wen oder was wartest du gerade?

Ernsthaft. Denk nach.

  • Welches Projekt startest du nicht, weil du auf "Klarheit" wartest?

  • Welche Entscheidung triffst du nicht, weil du hoffst "es regelt sich"?

  • Welche Verantwortung gibst du ab, obwohl du sie nehmen könntest?

Kommentiere oder Antworte. Sag mir:

  1. Auf wen/was du wartest

  2. Was die kleinste Action ist, die DU heute machen kannst

Ich antworte persönlich und zeige dir, wie du aus dem Warte-Modus in den Action-Modus kommst.

Deadline: Bis Freitag, 09.01.2026 18 Uhr.

Nicht weil ich gemein bin. Sondern weil "irgendwann" = nie.

Bottom Line

Action drives Clarity.

Nicht umgekehrt.

Warten bringt keine Klarheit. Warten bringt Frustration.

Handeln bringt Klarheit. Auch wenn's am Anfang chaotisch ist.

Dieser Newsletter? Chaos am Anfang. Richtungswechsel. Fehler.

Aber ich habe gelernt. Während ich gegangen bin.

Und jetzt macht es Spaß.

Das ist der Unterschied zwischen Wunsch und Ziel. Zwischen Hoffen und Handeln. Zwischen Warten und Bewegen.

Beweg dich. Sonst wird es nichts.

Hans Peter

P.S.: Dieser Newsletter ist ein perfektes Beispiel für Action-Clarity Loop. Ich hatte keine Ahnung wo ich am Anfang war. Aber ich bin gegangen. Und du warst dabei. Danke dafür.

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